Evaluation Strukturänderung an der Weiterbildungsschule Basel-Stadt

Kurzbeschreibung

Am 11. Juni 2003 beschloss der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt eine Strukturänderung der Weiterbildungsschule. Ab dem Schuljahr 2004/05 wird die Weiterbildungsschule (WBS) in zwei kooperative Leistungszüge aufgeteilt. Der E-Zug (Erweiterungszug) der neuen WBS soll für stärkere Schülerinnen und Schüler eine attraktive Alternative zum Gymnasium werden. Der E-Zug bereitet die Schülerinnen und Schüler auf anspruchsvolle Lehrstellen und Berufsmatur, aber auch auf weiterführende Schulen vor. Mittlere und schwächere Schülerinnen und Schüler werden im A-Zug (allgemeiner Zug) unterrichtet. Die kleinen Klassen des A-Zugs ermöglichen eine optimale Förderung und bereiten auf die Berufslehre vor.

Mit der Strukturreform soll die Attraktivität der WBS erhöht und die WBS zu einer erfolgreichen Schule umgestaltet werden. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Jugendlichen am Ende der WBS über jene Kompetenzen verfügen, die von den abnehmenden Betrieben und Schulen erwartet werden: Nämlich gute fachliche Kompetenzen (Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften), aber auch hohe soziale Kompetenzen, eine vorbildliche Arbeitshaltung sowie die Bereitschaft zu Lernen.

Die Evaluation der Strukturänderung an der WBS befasst sich aus diesen Gründen mit drei Themenbereichen: (1) Den Leistungen der Schülerinnen und Schüler, (2) dem «Image» der WBS bei den Lehrpersonen, Eltern und Arbeitgebern sowie (3) dem Erfolg der Schülerinnen und Schüler beim Übertritt in die berufliche Ausbildung beziehungsweise in eine weiterbildende Schule.

Folgende drei Fragen stehen bei der Evaluation im Zentrum:

  1.  Wie wirkt sich die Strukturänderung an der WBS auf die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler aus?
    Um diese Frage zu beantworten werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Schuljahre 2003/04 und 2004/05 am Ende der 8. und 9. Klasse getestet. Bei der Eingangserhebung am Ende der 8. Klasse werden in einem kurzen und einfachen Test die Basiskompetenzen in den Fachbereichen Mathematik und Deutsch getestet. Ausserdem werden das kognitive Leistungspotential sowie die soziale und kulturelle Herkunft der Schülerinnen und Schüler erfasst. Bei der Enderhebung Ende der 9. Klasse werden die Leistungen in Mathematik und Deutsch ausführlich erfasst. Zusätzlich werden die Leistungen in Französisch geprüft.
  2.  Wie hat sich die Strukturänderung an der WBS auf die Wahrnehmung der WBS ausgewirkt?
    Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird eine einmalige schriftliche Befragung der Lehrpersonen, der Eltern sowie des Umfelds (abnehmende Schulen, Lehrlingsbetriebe) durchgeführt. Diese Befragung betrifft insbesondere das Image der Schule sowie die Beurteilung der Strukturänderung.
  3.  Wie erfolgreich ist das neue Beurteilungsverfahren im Hinblick auf die Zuteilung der Schülerinnen und Schüler in die Leistungszüge der WBS und ans Gymnasium?

Die prognostische Zuverlässigkeit der Beurteilung der Schülerinnen und Schüler am Ende der Orientierungsschule wird durch den Vergleich der Zuteilung der Schülerinnen und Schüler in die Leistungszüge der WBS mit dem Bildungsverlauf in der WBS bis zum Übertritt in die berufliche Ausbildung überprüft.

 

Dauer: 2004 - 2006

Projektbearbeitung: Urs Moser (Projektleitung), Florian Keller, Daniel Cahn

Auftraggeber: Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt

 

Publikationen

Moser, U. & Keller, F. (2006). Evaluation der Strukturänderung an der Weiterbildungsschule Basel-Stadt. Schlussbericht zuhanden des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt, Ressort Schulen. Zürich: Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung an der Universität Zürich.

Schlussbericht der Evaluation der Strukturänderung an der WBS Basel-Stadt (PDF, 3951 KB)