Lehre in der Rechtswissenschaft: Beschreibung der Lehre in den Rechtswissenschaften anhand von Daten der Jahre 1993-1997

Kurzbeschreibung

Ziel dieser Sekundäranalyse bildete die explorative Beschreibung der Lehre der Rechtswissenschaft in der Schweiz auf der Grundlage von Daten über das akademische Personal, die Lehrveranstaltungen und die Publikationen in den Jahren 1993 bis 1997. Dabei war von besonderem Interesse, wie sich das Lehrangebot auf die wichtigsten thematischen Gebiete der Rechtswissenschaft und die Schweizer Universitäten verteilt. Aufgrund der Informationen über die einzelnen Lehrveranstaltungen konnte zudem aufgezeigt werden, welche Teile des Lehrangebots von Dozierenden mit unterschiedlichem Status erteilt werden. Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Aufteilung der Ergebnisse nach Geschlecht. So wurde insbesondere der Frauenanteil unter den Dozierenden nach den Gebieten des Rechts, nach Universitäten sowie nach akademischem Status berechnet. Soweit es methodisch zu verantworten war, wurden interessante Gesamtergebnisse auch nach einzelnen Universitäten aufgeteilt.

Durch die Verbindung von Informationen über Lehre und Publikationen liess sich ausserdem die Frage beantworten, ob zwischen Lehre und Publikation (bzw. Forschung) eine thematische Übereinstimmung besteht. Konkret wurde die Frage beantwortet, ob Publikationen und Lehrveranstaltungen der Juristinnen und Juristen jeweils den gleichen Rechtsgebieten zugeordnet werden können.

Zusätzlich zu den inhaltlichen Zielen gab die Studie auch Auskunft darüber, mit welchen methodischen Problemen bei Evaluationen anhand von Hochschulindikatoren gerechnet werden muss. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bereits die Nutzung bestehender Daten eine relativ vielfältige und differenzierte Beschreibung verschiedener Aspekte der Lehre in der Rechtswissenschaft zulässt. Zwischen den Universitäten bestehen in Bezug auf Lehrangebot und Publikationstätigkeit zum Teil relevante Unterschiede. Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, wie wichtig ein vorsichtiger Umgang mit isolierten Kennwerten ist. Zu gross sind die Unterschiede in der Organisation der Lehre der einzelnen Universitäten und zu viele Informationen über den universitären Kontext müssten für eine zuverlässige Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden. In diesem Sinne handelt es sich nicht um eine Beschreibung der Qualität der Lehre, sondern um eine Annäherung an die Lehre in der Rechtswissenschaft durch einfach zugängliche Daten. Die Darstellung der Ergebnisse im Bericht wurde deshalb wo nötig relativiert.

 

Dauer: 2001

Projektbearbeitung: Urs Moser, Philipp Notter, Verena Tunger, Florian Keller, Susanne Böhm

Auftraggeber: Zentrum für Wissenschafts- und Technologiestudien

 

Publikationen

Moser, U. & Notter P. (2001). Eine Annäherung an die Lehre in der Rechtswissenschaft mit Daten der Jahre 1993 bis 1997. Bern: Zentrum für Wissenschafts- und Technologiestudien.