PISA 2006: Organisation in der Deutschschweiz

PISA 2006 in der Deutschschweiz

Im Projekt PISA (Programme for International Student Assessment) werden die Kompetenzen von Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit in den Fachbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in sämtlichen OECD-Ländern im Dreijahresrhythmus getestet und international verglichen. Das Besondere an PISA zeichnet sich in der Regelmässigkeit der Erhebungen und in der Auswahl der überprüften Kompetenzen aus. Diese werden in jedem Zyklus unterschiedlich differenziert geprüft. Im Jahr 2000 lag der Schwerpunkt der Untersuchung bei der Erfassung der Lesefähigkeiten, während Mathematik und Naturwissenschaften weniger gründlich berücksichtigt wurden. Im Jahr 2003 lag der Schwerpunkt bei der Mathematik, als fächerübergreifende Kompetenz wurde zusätzlich das Problemlösen getestet. Beim aktuellen PISA-Zyklus 2006 werden die Naturwissenschaften genauer untersucht.

Die Erziehungsdirektionen aller Kantone der Schweiz haben beschlossen, auch an der dritten von der OECD lancierten Erhebung PISA teilzunehmen. Mit der Studie sollen beispielsweise folgende Fragen beantwortet werden: «Welche Kompetenzen erreichen Jugendliche aus der Schweiz im internationalen Vergleich?»; «Welche Bildungsstrukturen maximieren die Chancen von Schülerinnen und Schülern aus benachteiligten Verhältnissen?»; «Wie gross ist der Einfluss der Qualität schulischer Ressourcen auf die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler?».

Die nationale Projektleitung unterliegt dem Bundesamt für Statistik in Neuenburg, die Durchführung von PISA in den einzelnen Kantonen sowie die Auswertung der Ergebnisse erfolgt in Zusammenarbeit mit vier regionalen Koordinationszentren: dem Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung an der Universität Zürich, der Forschungsstelle der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, dem «Consortium Romand» (im Service de la recherche en éducation in Genf, in Zusammarbeit mit dem IRDP in Neuenburg) und dem Ufficio studi e ricerche (USR) in Bellinzona.

Zyklische Studie

PISA ist als zyklische Studie organisiert und erstreckt sich über drei Projektzyklen. Die Studie ermöglicht sowohl geographische Vergleiche (zwischen den Ländern), Vergleiche im Zeitverlauf (alle drei Jahre) sowie eine vertiefende Auswertung im Schwerpunktbereich. Die Ergebnisse aus PISA 2000 erlangten hohe Beachtung und lösten vielerorts Diskussionen über die Wirksamkeit der unterschiedlichen Bildungssysteme aus. Die ersten Ergebnisse von PISA 2003 mit dem Schwerpunkt Mathematik wurden am 7. Dezember 2004 veröffentlicht. In der dritten PISA- Erhebung 2006 werden als Schwerpunkt die Naturwissenschaften genauer untersucht. Bereits im Herbst 2004 sind die Vorbereitungen für den dritten PISA-Zyklus 2006 angelaufen, und im April und Mai 2005 wird der Pilottest für die Hauptstudie durchgeführt.

Das Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung ist bei PISA 2006 wiederum für die Kantone Aargau, Basel Land und Basel Stadt, Luzern, Nidwalden und Obwalden, Solothurn, Schwyz, Uri, Wallis (deutschsprachiger Teil), Zug sowie Zürich zuständig.

Piloterhebung 2005

Die Piloterhebung im Jahre 2005 dient als Grundlage für eine erfolgreiche Durchführung des dritten PISA-Zyklus 2006. Mittels Piloterhebung wird geprüft, ob einerseits die erarbeiteten Aufgaben und Fragebogen von den Schülerinnen und Schülern richtig verstanden werden und ob damit andererseits die Projektziele und die beabsichtigten Erkenntnisse erreicht werden können. Alle teilnehmenden Länder befolgen dieselben Verfahren bei der Auswahl der Schulen beziehungsweise der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Mit einer international standardisierten Auswahl wurden in der Schweiz 73 Schulen für die Piloterhebung 2005 im Rahmen des dritten PISA-Zyklus gezogen.

 

Dauer: 2004-2007

Projektbearbeitung: Urs Moser (Projektleitung), Simone Berweger, Regine Kräuchi, Slobodanka Petrovic (Administration)

Auftraggeber: Bundesamt für Statistik (BfS) und Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK)