PISA 2003: Organisation in der Deutschschweiz

Kurzbeschreibung

Im Projekt PISA (Programme for International Student Assessment) wird das Wissen von Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit in den Fachbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in sämtlichen OECD-Ländern im Dreijahresrhythmus getestet und international verglichen. Das Besondere an PISA zeichnet sich in der Regelmässigkeit der Erhebungen und in der Auswahl der überprüften Kompetenzen aus. Diese werden in jedem Zyklus unterschiedlich differenziert geprüft. Im Jahr 2000 lag der Schwerpunkt der Untersuchung bei der Erfassung der Lesefähigkeiten, während Mathematik und Naturwissenschaften weniger gründlich berücksichtigt wurden. Im Jahr 2003 liegt der Schwerpunkt bei der Mathematik, im Jahr 2006 wird er bei den Naturwissenschaften liegen.

In der Schweiz nahmen im Jahr 2000 über 9000 Schülerinnen und Schüler an PISA teil, im Jahr 2003 beteiligten sich rund 25000 Schülerinnen und Schüler aus knapp 500 Schulen. Durch das wiederholte Testen wird es möglich sein, Trends zu verfolgen. Die Untersuchung wird aber bei jedem der drei Vergleiche intensiv für Analysen über die Wirkung von Bildungssystemen genutzt.

Bereits mehr als ein Jahr vor der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse des ersten internationalen Vergleichs im Dezember 2001 lief die Organisation des zweiten Zyklus auf Hochtouren. Im Frühjahr 2002 beteiligten sich mehrere Schulen an der Erprobung der Aufgaben des zweiten PISA-Zyklus (Pilottest). Im Frühling 2003 fand dann die Hauptuntersuchung in einer repräsentativen Stichprobe der 15jährigen für die Schweiz statt. Die Schülerinnen und Schüler absolvierten den PISA-Test und füllten einen Fragebogen aus, in dem sie über ihr persönliches und schulisches Umfeld sowie über ihre Lernstrategien und ihre Kenntnisse im Umgang mit neuen Technologien Auskunft gaben. Als zusätzlicher Qualitätsindikator wurde bei PISA 2003 als fächerübergreifende Kompetenz die Problemlösefähigkeit erhoben. Auch im zweiten Durchgang konnten sich die Kantone mit einer eigenen Stichprobe an PISA beteiligen. Diese Beteiligung erlaubt es den Kantonen, repräsentative Ergebnisse für die Leistungen in den 9. Klassen speziell für ihren Kanton zu erhalten.

Nach Abschluss der Tests im Mai wurden bis Anfangs August die Testhefte korrigiert und die Daten elektronisch erfasst. Anschliessend lieferte die Schweiz ihre Daten an das internationale Konsortium, wo die Daten bereinigt und validiert werden. Diese Vorgehensweise gilt für alle an PISA teilnehmenden Länder. Nach Abschluss der Datenaufbereitung führt das internationale Konsortium erste Auswertungen durch und berechnet die Kompetenzen der Jugendlichen in den drei Fachbereichen. Anhand einer normierten Skala kann sich jedes Land mit dem OECD-Durchschnitt vergleichen. Aufgrund der sehr aufwändigen und entsprechend zeitintensiven Datenaufbereitung werden erste internationale Ergebnisse zu PISA 2003 nicht vor dem Frühjahr 2004 vorliegen.

In der Schweiz wird das Projekt PISA gemeinsam von Bund und Kantonen getragen. Die nationale Projektleitung liegt beim Bundesamt für Statistik in Neuenburg. Für die einzelnen Kantone oder Regionen sind verschiedene Koordinationsstellen zuständig. In der Deutschschweiz wird PISA von der Forschungsstelle der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und dem Kompetenzzentrum für Bildungsevaluation und Leistungsmessung gemeinsam durchgeführt.

Das Kompetenzzentrum ist bei PISA 2003 für die Kantone Aargau, Basel Land und Basel Stadt, Luzern, Nidwalden und Obwalden, Solothurn, Schwyz, Uri, den deutschsprachigen Teil des Wallis, Zug sowie Zürich zuständig. Die vier Schweizer Koordinationsstellen werden nach dem Erscheinen der ersten internationalen Ergebnisse mit der Datenauswertung für die Schweiz beginnen. Je nach Umfang der Analysen, über den die Auftraggeber der Studie (BfS & EDK) entscheiden werden, sind erste Resultate frühestens Ende 2004 zu erwarten.

Dauer: 2001-20042001-2004

Projektbearbeitung: Urs Moser, Simone Berweger, Daniel Cahn

Auftraggeber: Bundesamt für Statistik (BfS) und Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK)